Auf nach Portugal – hierhin zieht es wohl eine ganze Generation, ganz ans westlichste Ende der Iberischen Halbinsel. Hier steht man auf der letzten Klippe vor Amerika und schaut auf den Atlantik, fährt mit der fast 100 Jahre alten Elétrico durch Lissabons Gassen und sieht wie paralysiert die weltweit höchsten Wellen am Strand von Nazaré. Klänge des portugiesischen Jammergesangs Fado mischen sich mit dem süßen Geschmack der Natas, gutem Kaffee und frischem Orangensaft in einer der zahlreichen Bars und Cafés.
Nur drei Stunden mit dem Flugzeug entfernt, taucht man ab in eine andere Welt, eine Welt, schroffer und abgeschrabbelter. Nicht nur hier und da platzt etwas Farbe ab, fehlt ein Stein, steht etwas schief. Nur zwei Gassen weiter von den Instagram-Hotspots der Touristen, die vor den Bauten einer einst reichen Seefahrernation posieren und Selfies machen, findet sich die portugiesische Schwermut, der Müßiggang und natürlich auch die Sehnsucht – Saudade.
Doch meine Portugal-Erfahrung sollte nicht mit einem kurzen Flug beginnen, ganz im Gegenteil. Nach Portugal führte mich eine mehrtägige, geradezu meditative Reise durch halb Europa mit insgesamt mehr als 36 Stunden reiner Fahrzeit. Ich reiste mit Nachtzug, TGV, Fernbus und Metro über Paris, Bordeaux, Bilbao und den sagenumwobenen International Interconnection Hub in der spanischen Pampa bis an die Ponte 25 de Abril.
Mit meinen Fotos möchte ich ein Portugal zeigen, das wir nicht auf Instagram finden. Das ehrlicher ist, echter. Ohne Touristen, ohne die Postkartenmotive, die jeder erwartet und kennt. Eine Ausstellung, die die Sehnsucht – a saudade – eines Landes zeigt, doch vielleicht auch die Sehnsucht weckt, dieses Land mal ganz anders zu erfahren.
Die Vernissage findet am 26.09.2026 im PFERDESTALL in Helmstedt statt.