Zwischenergebnisse, Visionen und Meilensteine


Das Ziel des PFERDESTALLs ist, dass von hier Impulse für die Stadt und die Region ausgehen. Dabei werden verschiedene Zielgruppen an der Stadtentwicklung beteiligt. Jede und jeder kann seine Stadt mitgestalten. Praktische Hilfe ist dabei genauso wichtig wie verrückte Ideen - bügerschaftliches Engagement hat viele Facetten.

Im folgenden stellen wir in lockerer Folge ein paar Beteiligte, Formate und Zwischenergebnisse vor.


2017


Vom Bahnsteig einfach direkt in die Partyhalle

Das erste Railside Festival ist ausverkauft, und die Veranstalter feiern ihren Erfolg.

Text: Alina Brückner, Wolfsburger Nachrichten vom 30. Januar 2017

 

Piet Schmidts Zug hielt um 19.15 Uhr am Helmstedter Bahnhof. Er stieg aus und steuerte direkt auf das Bahnhofsgebäude zu - in dem er am Samstagabend allerdings keinen Aufenthaltsraum, sondern eine umfunktionierte Konzerthalle vorfand.

 

Vom Bahnsteig direkt in den Partyraum, das war die Idee des ersten Helmstedter Railside Festivals, organisiert vom Schülerforum des Helmstedter Clubcafés Pferdestall. Ein gut zehnköpfiges Team hatte sich in den vergangenen Monaten um eine passende Location, gute Bands und Gestaltungsmöglichkeiten bemüht.

 

Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Von außen erstrahlte das Gebäude in bunten Lichtern, drinnen herrschte eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre gepaart mit Konzertstimmung. Alte Ledersofas standen im sogenannten "Feierzentrum", und Stehlampen sorgten für eine urige Atmosphäre und erinnerten an eine alte Wohnstube.

 

Auch unmittelbar neben der Bühne befand sich eine solche Sitzecke, in der geplaudert, gelacht und der Musik gelauscht wurde. "Das ist einfach eine richtig tolle Idee, und die Location ist wirklich super", lautete Piet Schmidts erstes Fazit, nachdem er das Bahnhofsgebäude genauer unter die Lupe genommen hatte. "Natürlich hab ich die Chance genutzt, quasi direkt aus dem Zug in das Festival zu stolpern, wann bekommt man schon einmal so eine Gelegenheit?", erzählte der 22-Jährige von seiner Anreise. Doch der Berliner war nicht der einzige, der seiner alten Heimat einen Besuch abstattete. Auch Gäste aus der umliegenden Region bis hin nach Halle kamen am Samstagabend nach Helmstedt.

 

Insgesamt 200 Besucher begrüßten die Veranstalter in ihrem persönlichen "Feierzentrum". "Wir sind komplett ausverkauft, das ist wirklich der Wahnsinn. Für uns ist das ein unfassbarer Erfolg", betonte Initiator Jonas Kirsch vom Schülerforum. Alle Altersklassen waren an diesem Abend vertreten, und das bedeutete für Kirsch vor allem eins: "Es gibt Bedarf in der Stadt Helmstedt für genau solche Formate".

 

Für die Musik an diesem Premierenabend sorgten "Am i Error", die mit einer Mischung aus Indie, Pop, und Electro das Festival eröffneten. Die Alternativ-Rock-Band "Ex-tales" aus Braunschweig und die Indie-Pop-Rock-Band "Mirrors Act" schlossen sich an und spielten, wie auch schon ihr Vorgänger, vor vollen Reihen. Den Abschluss machte die Braunschweiger Band "Elliot", die mit musikalischen Variationen aus Indie und Rock für eine tanzende Menge sorgte. Für einen gelungenen Ausklang sorgte im Anschluss DJ Durbin mit einer Mischung aus Soul, Funk und House, bis um drei Uhr morgens die Lichter in der Bahnhofshalle ausgingen.

 

Fotos und Video: Florian Danker


2016


Poolsidefestival des Schülerforums

Festival im Waldbad: perfekter Ferienauftakt! Kinder und Jugendliche haben es organisiert.

Schöner kann der Ferienanfang gar nicht sein: hochsommerliche Temperaturen und das erste Pool-Side-Festival im Waldbad Birkerteich. "Wir ergänzen das tolle Wetter mit einem tollen Programm", so Jonas Kirsch, Leiter des Jugendclubs Pferdestall.

 

Unter dem Dach und mit Unterstützung des Pferdestalls hatte das Schülerforum im Laufe des vergangenen Jahres diese Veranstaltung entwickelt. "Es waren die Schüler, die den heutigen Tag organisiert und vorbereitet haben", so Andreas Warmbein, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Pferdestall. Die Schüler suchten etwas mit Strandatmosphäre, und so sei die Idee der Kooperation mit dem Waldbad entstanden.

 

Das Waldbad Birkerteich ist zufrieden mit den Besucherzahlen. Die Mitarbeiterin an der Kasse konnte nicht sagen, wie viele aufgrund der sommerlichen Temperaturen das Freibad besuchten und wie viele extra zum Pool-Side-Festival kamen. Ab 16 Uhr platzierten sich immer mehr kleine Gruppen auf der Wiese vor der Bühne, um dem Singer-Songwriter Lucas Bartusch alias "Wood & Valley zuzuhören. Andere genossen die Musik lieber vom Strand aus, während andere eine Abkühlung im Wasser bevorzugten. Dort hörten sie aufgrund des Trubels und Gekreisches von der Musik kaum etwas. Aber so soll es ja auch sein: Jeder soll Spaß haben - im Pool und am Pool.

 

Das Schülerforum aus etwa zehn Schülern zwischen elf und 17 Jahren traf sich im vergangenen Jahr etwa einmal im Monat, um Ideen zu sammeln und die Veranstaltung zu planen. In den vergangenen Wochen trafen sie sich sogar am Wochenende, um die Dekoration aus glitzernden Girlanden zu basteln und die letzten Abstimmungen zu treffen. "Aber jetzt sind alle stolz, dass sie es geschafft haben", so Kirsch. Andreas Warmbein betonte, dass alles ehrenamtlich vorbereitet wurde. Aber ohne Unterstützung der Bürgerstiftung Ostfalen wäre das große Festival nicht möglich gewesen.

 

Lenus Struck vom Schülerforum zog am Nachmittag eine erste Bilanz: "Toll, dass so viele Leute gekommen sind und sich unsere Arbeit und die Werbung gelohnt haben. Und auch die Cocktailbar wird super angenommen." Der 13-Jährige erzählte, dass er an seinem ersten Ferientag seit 7 Uhr im Waldbad sei. "Wir mussten die Bühne aufstellen, die Strandbar mit dem Cocktailstand aufbauen und die Wasserspiele vorbereiten." Es sei zwar anstrengend, aber es mache viel Spaß. Und auch von seinen Freunden höre er immer wieder den Kommentar: "coole Location".

 

"Toll, dass so viele Leute gekommen sind und sich unsere Arbeit und die Werbung gelohnt haben."

Text und Foto: Beatrix Flatt. Braunschweiger Zeitung vom 24. Juni 2016

Pia, Julia, Franz, Jonas, Max, Carl und Julius genossen die Strandatmosphäre.
Pia, Julia, Franz, Jonas, Max, Carl und Julius genossen die Strandatmosphäre.
Das Organisationsteam aus Schülerforum und Pferdestall in der Cocktailbar.
Das Organisationsteam aus Schülerforum und Pferdestall in der Cocktailbar.


2015


PFERDESTALL ist fitteste Firma

Rund 2500 Läufer aus mehr als 160 Unternehmen schlängelten sich im August 2015 beim 7. Braunschweiger Firmenlauf über den 4,7 Kilometer langen Rundkurs um das Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße. Den Titel „Fitteste Firma“ darf ein Jahr lang der PFERDESTALL Helmstedt tragen, dem es gelungen ist Mitarbeiter zu aktivieren und an den Start zu bringen. Ganz vorn war mit Max Knof (14:12) vom BTSV am Ende ein Hausherr, als schnellste Frau lief Bianca Weide (17:11) von Röchling Automotive über die Ziellinie. In der Kategorie schnellste Chefin hatte Jennifer Schlözer (20:50) von der Siemens AG die Nase vorn, bei den männlichen Führungskräften gewann Dominik Schrader (14:31) von der Privat Nervenklinik Dr. med. K. Fontheim. Sportlichste Firma wurde auch in diesem Jahr die Siemens AG mit 243 gemeldeten Teilnehmern.

Foto: Philipp Ziebart (www.standort38.de)
Foto: Philipp Ziebart (www.standort38.de)

Ein Korb voll guter Taten

© Foto: Heiko Hinze

Die Braunschweigische Landessparkasse, ein PFERDESTALL-Zugpferd der ersten Stunde überreichte am 13. März 750 Euro an unser Projekt. Und verteilte bei dieser Gelegenheit Schecks an 44 herausragende Projekte aus Helmstedt und Vorsfelde.

Wir verwenden den Betrag für die Kooperationen mit den hiesigen Schulen, die den PFERDESTALL als attraktiven außerschulischen Lern- und Präsentationsort nutzen. Schüler erarbeiten und präsentieren hier eigene Projekte und Veranstaltungen zu Themen, die sie bewegen: Sport, Politik, Geschichte, Kunst.

Wir unterstützen bei der Umsetzung, z.B. durch Übernahme der GEMA-Gebühren, Öffentlichkeitsarbeit, inhaltliche Mitarbeit und durch Bereitstellung der Räumlichkeiten mit Arbeits- und Präsentationsmaterial. Beispiele für diese Kooperationsprojekte sind vielfältig: Bei der musikalischen Lesung „Ins graue Haar der Schreie“ trugen Schüler des Gymnasiums Julianum Gedichte von Ausschwitz-Opfern vor. Die Ausstellung „GaBö-Art“ zeigt einen Querschnitt aus dem kreativen Schaffen von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums am Bötschenberg. Beim Dialog „Die Zukunft des Sports in unserer Region“ interviewen Schüler Vertreter der Sportvereine. Darüber hinaus  werden Künstlergespräche organisiert, Praktikumsplätze angeboten oder vermittelt und durch die Nebenjobs im PFERDESTALL erste Berufserfahrungen gesammelt. Weitere Projekte dieser Art sind geplant.

 


Braunschweiger Marketing-Löwe

Dass der PFERDESTALL mit seinem Konzept und seinen kreativen Veranstaltungen erfolgreich ist, hat sich in Helmstedt und im Landkreis bereits herumgesprochen. Doch nun wurde der Erfolg auch von anderer Seite honoriert. Eine Delegation des PFERDESTALLs um Clubleiterin Karolin Plath und den Marketingverantwortlichen Andreas Warmbein machte sich am 26. Januar 2015 auf den Weg nach Braunschweig in das Altstadtrathaus. Dort verlieh der Marketing-Club Braunschweig zum sechsten Mal den Marketing-Löwen, der dieses Jahr an das Projekt PFERDESTALL ging. 

Der Braunschweiger Marketing-Löwe ist eine Auszeichnung für besonders innovative und erfolgreiche Marketingleistungen. Das Konzept des PFERDESTALLs setzte sich gegen weitere Bewerber aus der Region Braunschweig durch.

Laudator Lars Betzner von der Allianz für die Region, gebürtiger Helmstedter und Unterstützer der ersten Stunde, freute sich an diesem Abend ganz besonders, dass „die Jury eine gute Wahl getroffen hat.“ Denn der PFERDESTALL sei ein Leuchtturmprojekt für die Region und mittlerweile sei er zu einer festen Größe in Helmstedt geworden.

Andreas Warmbein, der stellvertretend für alle Beteiligten den „Löwen“ entgegennahm, präsentierte noch einmal einen kurzen Abriss über die Entstehung dieses Projektes: von den Anfängen und Anregungen der Schüler des Gymnasium Julianum, über die Projektwoche „Helmstedt 2020“ bis hin zur Eröffnung und der ersten Geburtstagsfeier.


2014


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Die Stadt als Campus
Zeitschrift des vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V.
Ausgabe Mai-Juni 2014
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Galerie+Club 2020 Club der Stadtmacher - junge Community in einer alternden Kleinstadt

Das Helmstedter Impulsprojekt steht stellvertretend für den Ansatz, den beruflichen Nachwuchs auch ohne Hochschule am Ort zum Motor für Stadtentwicklung und Stadtkultur werden zu lassen. Schüler und Jungunternehmer, Immobilieneigentümer, Banker, soziale Einrichtungen, Schulen und viele weitere Akteure arbeiten beim gemeinsamen Stadtmachen unkompliziert zusammen, kultivieren Dialog und Experiment. Zentrale Bausteine zur Entwicklung und Diskussion von Impulsen und Visionen sowie von konkreten Beiträgen des Nachwuchses zur Helmstedter Stadtentwicklung waren Schülerseminare, Empfänge, Kooperationsprojekte mit der lokalen Presse und einer Jugendzeitung sowie schließlich eine Aktionswoche, in die neben der Helmstedter Stadtöffentlichkeit vor allem lokale Entscheidungs- und Verantwortungsträger intensiv einbezogen waren. Es wurde eine Mischung aus Club, Galerie, Stadtentwicklungsforum und Coworking-Lounge inszeniert, um erlebbar zu machen, worum es den jungen Erwachsenen in Helmstedt geht.

Zur Überraschung der Initiatoren zeigten alle Generationen an diesem Experiment großes Interesse. Im Anschluss formierte sich deshalb ein Aktionsbündnis. Innerhalb eines Jahres wurde ein nachhaltiges Format entwickelt, einschließlich Träger-, Betriebs-, Kommunikations- und Finanzierungsmodell. Aus einem vorlaufenden ExWost-Vorhaben zur Beförderung von Eigentümer- Standortgemeinschaften formierte sich ein Trägerverein, der als Plattform für die finanzielle und juristische Basis des Aktionsbündnisses fungiert und für Kontinuität sorgt. Jungunternehmer übernehmen Betrieb und Kommunikation der gemeinsam entwickelten und getragenen Plattform.

Ein Ergebnis der bisherigen Arbeit in Helmstedt ist die Gründung eines dauerhaften Clubs: Im Sommer 2013 wurde der ehemalige Pferdestall des Klosters St. Ludgeri von dem Aktionsbündnis als Club, Forum, Bühne, Jugend- und Workcafé umgenutzt und umgestaltet, komplett durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert und mit hohen ehrenamtlichen Engagement befördert. Der PFERDESTALL schafft einen neuen Begegnungsraum für verschiedene Zielgruppen und eine Plattform für junge Formate und Ideen in der Stadt Helmstedt. Helmstedt zeigt, wie ein wachsendes zivilgesellschaftliches Aktionsbündnis die Innenentwicklung einer dramatisch schrumpfenden Kleinstadt unter dem Stichwort „Dialog der Generationen“ mit konkreten Impulsen selbst in die Hand nehmen kann. 

 

Schobert: Pferdestall tut Helmstedt gut  

Viele gute Wünsche ließen die Gäste der Geburtstagsparty in den Helmstedter Abendhimmel steigen.
Viele gute Wünsche ließen die Gäste der Geburtstagsparty in den Helmstedter Abendhimmel steigen.

Der Pferdestall ist ein Jahr alt geworden. Zur Geburtstagsparty hatte der Trägerverein Campus Helmstedt Freunde, Förderer und Mitglieder eingeladen. Doch vor der großen Party standen der Talk, eine Standortbestimmung, ein Rückblick. Dafür holte sich Moderator Dominik Barthels Menschen auf die Bühne, die alle irgendwie mit dem Pferdestall zu tun hatten oder haben, allerdings ihre ganz eigene Sichtweise auf das Projekt pflegen.

Felix Eichstädt ist so einer. Ihn hat die rasante Entwicklung des Schülerprojektes überrascht. "Von Entwicklung", so der 19-jährige Student, "kann kaum die Rede sein. Das Projekt ist förmlich explodiert." Damit habe er, von der ersten Stunde dabei, niemals gerechnet und lud alle ein: "Wir sollten weiter so machen." Eine gute Idee, denn auch Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert bekannte sich klar zum Pferdestall: "Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Projekt wirklich zu realisieren ist. Jeder Cent, den die Stadt hier investiert hat, ist bestimmt zehnfach belohnt worden. Der Pferdestall tut Helmstedt gut", erklärte er.

Ein Stück Integrationsarbeit hat der Club bei Martina Sinning und ihrem Mann, Ralf Hollatz-Sinning geleistet. Von Braunschweig umgesiedelt, seien sie inzwischen bekennende Helmstedter. Der Club Pferdestall sei für sie eine gelungene Mischung aus FBZ und Brunsviga. Allerdings könnten sie ihn sich nicht ohne Karolin Plath, der Clubleiterin, vorstellen. "Sie ist mit Herz und Seele dabei. Karo ist ein Stück Pferdestall."

"Aus dem Ansatz, ein Schülercafé zu schaffen, ist eine integrative Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kunst und Kultur geworden." So sieht es zumindest Lars Betzner von der Allianz für die Region. Wirtschaft brauche Kreativität und Ideen, um erfolgreich zu sein. Das Konzept des Pferdestalls sei für ihn ein toller Brückenschlag, denn dort könnten sich Wirtschaft und Kreativität treffen. Betzner wünsche sich Nachahmer, denn so ein Haus stünde auch anderen Städten sehr gut zu Gesicht. Gut eine Stunde wurde im Pferdestall geredet. Dann fielen die Gäste über die Geburtstagstorte her, bevor die vielen guten Wünsche mit Luftballons in den Abendhimmel über Helmstedt geschickt wurden.

Mit Lokalmatador Paul Wiszinski ging es dann musikalisch weiter. Handgemachtes Eigenes, mal sinnlich, mal gewaltig. Und so einzigartig wie der Pferdestall in Helmstedt.

 

Quelle: Helmstedter Nachrichten, Text und Foto Erik Beyen

 

1. Geburtstag am 8. August 2014

Fotos: Nico Jäkel

Helmstedt2020 mit Bürgerpreis ausgezeichnet


Im Seminarfach Helmstedt2020 am Gymnasium Julianum wurde die Idee für den PFERDESTALL geboren. Beim SPD-Doppelgeburtstag wurde das Seminarfach mit dem Bürgerpreis der Helmstedter Sozialdemokraten ausgezeichnet. Lehrer Torsten Kunde und die ehemaligen Seminarteilnehmer Antonia Marienfeld, Felix Eichstaedt und Maike Breier nahmen den Preis vom SPD-Vorsitzenden Jörn Domeier entgegen. Der größte Gewinn ist jedoch, dass die mutige Vision innerhalb kurzer Zeit Wirklichkeit geworden ist und ein innovativer Ort für junge Kultur und Ideen für alle Helmstedter geschaffen wurde.

Kneipenquiz wird zum Kult

Diese Veranstaltung kommt immer besser an. Ein Geheimtipp ist es nicht mehr, das Kneipenquiz im Pferdestall scheint zu einer Institution zu werden.

 

Bereits zum vierten Mal trafen sich etwa 80 Personen zum Raten und Lösen der 30 Quizfragen, die Initiator Dominik Bartels zusammengestellt hatte. 16 Teams aus jeweils zwei bis sechs Personen mit so phantasievollen Namen wie „Pfeilergang“ oder „Pferdewürste“ traten an. Dominik Bartels, der die Idee von einer seiner vielen Slam-Reisen mitbrachte, erläuterte, dass es nicht wichtig sei, möglichst viel zu wissen. Vielmehr gehe darum, dass die Leute kommunizieren und „ihr Wissen im Team zusammenzuschmeißen“. Nicht der Ehrgeiz zu gewinnen stehe im Vordergrund, sondern dass man einen netten Abend verbringt.

Bartels hatte je zehn Fragen aus drei Kategorien zusammengestellt: „Jugendkultur“, „Entdecker - Abenteurer- Erfinder“ und „Kann man wissen, muss man aber nicht.“ So wurde nach dem Jugendwort 2013 (Babo), nach der Marke des unter Jugendlichen beliebten Eistees (Arizona) oder nach dem Preis, den Facebook für WhatsApp gezahlt hat (14 Milliarden Euro) gefragt. Bei den Persönlichkeiten galt es Otto Hahn oder Montesquieu zu erraten. Raten, wissen oder schätzen konnte man auch, wie viel Fußballsticker zur aktuellen Bundesliga man bei einem Discounter ergattern muss, damit der Satz komplett ist (280). Das Kneipenquiz hat bewiesen, dass es auch Menschen gibt, die wissen, wie Bienen nach ihren Ausflügen zum Sammeln von Nektar wieder zu ihrem Bienenstock zurückfinden (Stand der Sonne). Bartels denkt sich jedes Mal neue Kategorien aus. Die Fragen zur Jugendkultur waren ihm wichtig, damit auch jüngere Quizteilnehmer einmal Vorteile haben. Aber so ganz ernst nimmt es Bartels nicht mit der Wertung. „Der Spaß soll ja im Vordergrund stehen.“ So vergibt er auch gerne Zusatzpunkte für besonders kreative oder schräge Antworten, mit denen man sein Halbwissen tarnen kann. 

Dreimal hat das Team „Gnadenbrot“ das Kneipenquiz im Pferdestall schon gewonnen. Das Team „Flatsch“ trat zum ersten Mal an und holte den neuen Wanderpokal, den Kevin Hirschmann von der Caritas Jugendwerkstatt Holzwurm unter anderem aus Eiche und Buche gestaltete. Das Kneipenquiz soll etwa alle zwei Monate stattfinden. Anmelden können sich Teams mit zwei bis sechs Personen im Pferdestall.

 

Quelle: Helmstedter Nachrichten, Beatrix Flatt

 

Kinospot


Der „Pferdestall“ hat einen guten Start hingelegt

Karolin Plath ist die Club-Chefin im Pferdestall. Foto: Michael Strohmann
Karolin Plath ist die Club-Chefin im Pferdestall. Foto: Michael Strohmann

Das Club-Café und Vorzeige-Projekt „Pferdestall“ in Helmstedt hat die ersten Monate gut überstanden. Die Finanzierung ist eine Daueraufgabe.

Das Café Pferdestall am Ludgerihof ist der Versuch, die Helmstedter daran zu beteiligen, ihre Stadt attraktiver zu machen. Im August 2013 eröffnet, hat sich das Café vor allem als Veranstaltungsort für kulturelle Angebote recht schnell etabliert. Das war eine der Kernaussagen bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Trägervereins Campus Helmstedt.

Hervorgegangen aus der Idee, Helmstedt durch ein Jugendcafé attraktiver für die jüngere Generation zu machen, ist das inhaltliche Konzept des von Bürgerengagement getragenen Modellprojektes inzwischen eindeutig generationsübergreifend. Die Event-Palette reicht von Quiz-Abenden über „Helmstedter Küchenschlachten“ bis hin zu kleinen Konzerten, Lesungen oder Theateraufführungen. Bei den sogenannten Clubabenden wird auch mal ein Tatort-Krimi gemeinsam auf Großbildleinwand angeschaut.

Stichwort Club: Der Pferdestall stützt sich bezüglich seiner Nutzer auf das Prinzip der Mitgliedschaft. Ein deutlicher Unterschied zu herkömmlichen Cafés. Schüler zahlen monatlich 1 Euro, Erwachsene 5 Euro. Auch eine Tagesmitgliedschaft gibt es, für 1 Euro. Der Club hat derzeit 220 feste Mitglieder, vorwiegend Schüler.

Größere Bedeutung für die Finanzierung und Unterhaltung des im Caritas-Zentrum untergebrachten Club-Cafés haben die Förderer. In der Kategorie „Silber“ zahlen sie 25 Euro monatlich, in der Kategorie „Gold“ 50 Euro. Im Moment verfügt der Pferdestall über zwei „Gold“- und 19 „Silber“-Förderer. Eine Säule, die noch deutlich ausbaufähig sei, wie Lorenz Flatt vom Trägerverein in der Versammlung darlegte.

Das „Experiment“ Pferdestall ist zunächst auf ein Jahr angelegt worden. Wie es ab Mitte 2014 weitergeht, macht der Trägerverein vom Zuspruch der Bürger und der Unterstützung durch Sponsoren abhängig. Durch die Mitglieds- und Förderbeiträge, Spenden, Sponsorgelder, Eintrittsgelder und die Einnahmen aus der Gastronomie müssen die laufenden Ausgaben für Miete, Personal und Gagen gedeckt werden. Zum Zeitpunkt Ende 2013 sei das zu 75 Prozent gelungen, teilte der Verein mit. Für das nötige Startkapital hatten Sponsoren gesorgt, es musste zur Deckung des Fehlbetrages mit verwendet werden.

 

Quelle: Helmstedter Nachrichten, Dr. Michael Strohmann
 

Zufriedenheitsstudie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse der Studie Januar-Februar 2014 (n=152).

 



2013


Jahresabschluss 2013 - Zukunft zu 75% gesichert

Das Projekt PFERDESTALL ist ein Experiment, das zunächst auf ein Jahr angesetzt ist. Ob und wie es ab Sommer 2014 weitergeht, hängt maßgeblich von der Akzeptanz und Mitwirkung der hiesigen Bürger und Wirtschaft ab. Der Start war ein erfolgreicher. Mittlerweile tragen über 200 Clubmitglieder, fast 20 Förderer und weitere Partner und Sponsoren das Projekt.

Das Ziel aller Beteiligten ist, die Helmstedter Stadtkultur dauerhaft und nachhaltig zu beleben. Um dies zu erreichen, muss sich das Modell auch finanziell als tragfähig erweisen. Ein Startkapital wurde von Sponsoren bereitgestellt, die laufenden Kosten sollen durch Mitglieds- und Förderbeiträge, Spenden, Eintrittsgelder und den Gastro-Umsatz gedeckt werden. Ende 2013 ist das schon zu 75% gelungen.

 

Kunst und Design im Stall

 

Das historische Ambiente ist der perfekte Rahmen für Bilder und Fotos. Wechselnde Ausstellungen von jungen und etablierten Künstlern und Schulprojekten schmücken die Wände im Pferdestall.

 

 

In diesem Regal ist Raum für Design und Ideen. Hier werden wechselnd Kostbarkeiten von Kreativen und Designern präsentiert.

 


Helmstedter Gespräche

 „Packen Sie es an. Alles ist möglich, wenn Sie Ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen“, so lautete der Rat von Andreas Memmert, Bürgermeister von Schladen-Werla, an seine Zuhörer am Dienstagabend im Pferdestall im Ludgerihof. Memmert war Gastredner bei den ersten „Helmstedter Gesprächen“, die vom SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Strümpel als überparteilicher Bürgerdialog ins Leben gerufen wurden.

„Es sollen Gespräche auf Augenhöhe sein, zu Themen, die Sie angehen“, so die Erklärung in Strümpels Einladung. Das Thema des Abends lautete: „Perspektiven der regionalen Entwicklung“. Der Landtagsabgeordnete hatte Andreas Memmert nicht ohne Grund eingeladen. Er zeigte in seinem Referat an verschiedenen Beispielen des nördlichen Harz-Vorlandes vielfältige Möglichkeiten der Entwicklung auf. Neben seinem Amt als Bürgermeister fungiert er unter anderem als Sprecher der ILE-Region Nördliches Harzland+ (Integrierte Ländliche Entwicklung), in der sich neun Kommunen zusammengeschlossen haben, um gemeinsam verschiedene, landkreisübergreifende, ganzheitliche sowie nachhaltige Projekte auf den Weg zu bringen. Grundlage dafür war das 2007 entwickelte Integrative Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK).

„Seitdem haben wir 170 Projekte umgesetzt“, so Memmert. Das sind Projekte in den Bereichen Freizeit und Tourismus, Energie und Umwelt, aber auch im Bereich Gesundheit, Versorgung und Mobilität beziehungsweise Erhalt der Lebensqualität auf den Dörfern. „Das alles haben wir nur geschafft, weil die Region zusammengearbeitet hat, auch grenzübergreifend“, betonte Memmert. Zudem werden ILE-Regionen von der Europäischen Union gefördert.

Sicherlich seien die Projekte aus dem Harzvorland nicht Eins zu Eins im Landkreis Helmstedt umsetzbar, „aber Sie müssen sich auf ihre Stärken besinnen und gemeinsam wissen, was wollen wir, wo wollen wir hin. Und dann finden Sie Leute und begeistern Sie mit Ihren Ideen. Das Zauberwort dabei ist Regionale Wertschöpfung. So ein Projekt wie der Pferdestall ist dabei ein guter Anfang“, sagte Memmert. „Es ist ihre Region, ihre Zukunft – und die beginnt jetzt.“

Landtagsabgeordneter Strümpel verwies darauf, dass im Landkreis Helmstedt bisher nur Flickwerk betrieben wurde, „das waren alles Einzelmaßnahmen, das ganzheitliche Konzept fehlt.“ Einen ersten Schritt in die Richtung wurde an diesem Abend bereits getan: Es wurde eine kleine Lenkungsgruppe gegründet, bestehend aus Schöningens Bürgermeister Henry Bäsecke, Velpkes Samtgemeindebürgermeister Hans Werner Schlichting sowie Peter Klaassen vom Landkreis, die ein bereits bestehendes ILEK zur Umsetzung bringen wollen. Die nächsten Helmstedter Gespräche sind für das Frühjahr geplant, dann zum Thema Bildung. „Die dritte Veranstaltung, voraussichtlich im Sommer des kommenden Jahres, wird sich erneut mit der Regionalen Entwicklung beschäftigen, damit wir sehen, was wir geleistet haben“, verspricht Strümpel.

Text: Dörte Herfarth (Helmstedter Sonntag)

 

Europa schaut auf Helmstedt

 

Prof. Pöttering, vormals Präsident des Europäischen Parlamentes und Elisabeth Heister-Neumann, Landesministerin a.D., verfolgen gespannt, was im PFERDESTALL geschieht. Im September 2013 mit dabei: Vertreter aus Politik, Campus Helmstedt e.V. und MbA Studentinnen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am Standort Helmstedt.

 

 

Gründung Leo-Club "Grenzenlos"

 

Im September 2013, gründete sich im Pferdestall der Leo-Club „Grenzenlos“ Helmstedt. Leo ist die Jugendorganisation der Lions Clubs International. 13 junge „Leos“ aus der Region Helmstedt im Alter von 16 bis 30 möchten sich ehrenamtlich engagieren und regelmäßig Activities durchführen, die einem guten Zweck dienen sollen. Dadurch lernen sie Verantwortung zu übernehmen und mit Herausforderungen umzugehen. Der PFERDESTALL ist das Leo-Clublokal und Ausgangspunkt für Aktionen.

 

 


Poetry Live-Show

Foto: Melanie Specht
Foto: Melanie Specht

Junge Lyriker eroberten mit frischen Texten die Bühne im Pferdestall-Kulturcafé. Ihre Vorträge waren das Ergebnis eines Wochenend-Workshops.

 

Kunst und Kultur in Ruinen

Foto: Kirsten Bittner
Foto: Kirsten Bittner

Der Helmstedter Jan Büchsenschuß präsentierte sein erstes Buch „Perpetuum Mobile – Wie ich einen Mord im Jobcenter beging“. Die Lesung war Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Kunst und Kultur in Ruinen“ vom Campus Helmstedt e.V. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Helmstedter Innenstadt zu beleben. In einer Rundreise werden verschiedene historische Gebäude in Szene gesetzt.


Eröffnung PFERDESTALL

Was vor gut zwei Jahren mit einer Idee von Schülern und ihrem Lehrer begann, fand am vergangenen Donnerstag seinen vorläufigen Höhepunkt: Im ehemaligen Pferdestall des Klosters St. Ludgeri eröffnete ein Club für junge, junggebliebene, kreative und engagierte Helmstedter. Ein Ort, den die Helmstedter aktiv mitgestalten können – denn er ist zugleich Club, Forum, Bühne, Jugend- und Workcafé.

Das Ambiente bietet Raum für Begegnungen, Dialoge und vor allem Kultur. Davon konnten sich die Besucher der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstagabend selbst überzeugen. Das alte Mauerwerk und die ehemaligen Futtertröge aus Stein an den Wänden erinnern an die Vergangenheit des Ortes. Diese Elemente gepaart mit modernen Möbelstücken und hellen Balken zeigen in Richtung kreative und künstlerische Zukunft.

„Es ist großartig und beeindruckend, was hier entstanden, was aus unserer Idee von vor zwei Jahren geworden ist“, lobte Torsten Kunde, Lehrer am Gymnasium Julianum und Leiter des Seminarfaches, welches Motor für den Club war. In einer kleinen Talkrunde sprachen er und weitere Initiatoren über die Idee und Zukunft des „Pferdestalls“.

So bunt gemischt wie das künftiges Publikum sein soll, so ist auch die Mischung bei den engagierten Initiatoren: Dazu gehören unter anderem die ehemaligen Schüler des Seminarfaches, allen voran Muriel Haas und Meike Breier, junge und etablierte Unternehmer, aber auch Vereine, Verbände und regionale Netzwerke. Träger des „Pferdestalls“ ist das gemeinnützige Projekt Campus Helmstedt. Auch die Wolfsburg AG und die Allianz für die Region sind Unterstützer des Projektes.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die kommenden Monate gab es am Eröffnungsabend natürlich auch: Für die musikalischen Unterhaltung konnte der „Pferdestall“ den Cellisten Wolfram Huschke sowie die Potsdamer Band „Fosbury Flop“ gewinnen. Das Programm für die kommenden Woche verspricht reichlich Abwechslung: von den verschiedenen Workshops wie Poetry Slam über Kochen bis hin zum Thema „Möbel mit Charakter“, eine Kulturnacht oder Veranstaltungen wie Poetry Slam oder Helmstedter Küchenschlacht. Die Helmstedter dürfen gespannt sein, wie sich der „Pferdestall“ entwickelt.

Ansprechpartnerin vor Ort ist Karolin Plath, selbst Künstlerin, Medienprofi, gastro- und eventerprobt. „Meine Aufgabe ist es unter anderem zu koordinieren, Ideen zu sammeln und bei der Umsetzung zu helfen“, sagt die 28-Jährige. „Wichtig ist dabei, dass Netzwerke entstehen, sodass der Schritt von einer Idee zu einem Projekt schneller umgesetzt werden kann. Inwieweit sich das alles entwickelt, wo es hingeht, werden wir sehen.“ Damit der Pferdestall auch dauerhaft Bestand hat, sind die Helmstedter gefragt. Denn nicht nur bei der Gestaltung können sie ihren Teil beitragen.

Zwar wurde die Anfangsfinanzierung durch die Sponsoren gesichert, doch die Helmstedter können als Clubmitglied schon mit kleinen Beiträgen, dabei helfen, dass sich der Pferdestall dauerhaft etabliert.

Text: Dörte Herfarth (Helmstedter Sonntag) Fotos: Sebastian Petersen

 

Gründung des Trägervereins

Kurz vor der Eröffnung im August 2013 hat sich der Trägerverein Campus Helmstedt offiziell formiert. Wir freuen uns auf weitere Club- und Fördermitglieder! Die Gründungsmitglieder: Lorenz Flatt, Hans-Georg Kinder, Andreas Warmbein, Günter Hertel, Matthias Gericke, Felix Eichstaedt und Reiner Schmidt (v.l.).

 

Upcycling vom Feinsten

Schüler und Mitglieder vom JUNGEN CAMPUS entwickeln gemeinsam ein Konzept für die Möblierung. Bühne und Tische werden aus alten Paletten gebaut, der Tresen besteht aus Traversen, das Ausstellungssystem aus Baugerüsten.


Gemeinsam-Preis 2013

Die Zukunftsinitiative "Helmstedt 2020" ist eines von 25 Projekten, das für den Gemeinsam-Preis der Braunschweiger Zeitung und des Braunschweiger Doms nominiert wird.

 

Förderpreis der Volksbank

Neben dem Gemeinsam-Preis wird "Helmstedt2020" für den Förderpreis und den Sonderpreis der Volksbank Helmstedt eG nominiert.



2012


Der JUNGE CAMPUS wird gegründet

Text: Nico Jäkel (Helmstedter Blitz)
Text: Nico Jäkel (Helmstedter Blitz)

Im Juli 2012 öffnete die „Galerie und Club 2020“ am Schützenwall 2 für junge Menschen aus der Region das erste Mal die Pforten: Mit dem Ziel, eine gemeinsame Plattform für den Austausch zu schaffen.

„Bist du jung, aktiv und wohnst oder arbeitest gern in Helmstedt?“ Diese Frage stand gleich zu Beginn auf den Einladungen die im Rahmen der Aktion „Junger Campus“ in Helmstedt verteilt worden waren.

Die Eröffnungsveranstaltung am 15. Juli in den Räumen am Schützwall sollte dabei nur den Auftakt bilden: Idealerweise, so stellten es sich die drei Initiatoren des Projektes vor, sollten daraus regelmäßige Treffen, aber auch allgemeinere Unternehmungen wie Kino-, Kneipen- oder Konzertbesuche resultieren – kurzum, eine gemeinsame Basis für den gegenseitigen Austausch und gemeinsame Unternehmungen geschaffen werden.

„Seien wir mal ehrlich“, so Andreas Warmbein, einer der drei Initiatoren, „so wirklich gibt es für unsere Altersklasse hier eigentlich keine Anlaufstelle, in der man zusammenkommt.“ Dies sei, so Warmbein weiter, auch der ausschlaggebende Punkt für ihn und seine Mitstreiter Maximilian Hohe und Dr. Philipp Sticherling gewesen, das Projekt anzustoßen. „Wir verkörpern dabei die drei unterschiedlichen Helmstedter. Maximilian ist der, der hergezogen ist, Philipp ist der, der zurückgekehrt ist und ich bin der, der schon immer hier war“, scherzt Warmbein.

Die Aktion „Junger Campus“ ist kostenlos und bedarf keiner Mitgliedschaft. Dies sei wichtig zu wissen, so Warmbein. Offen für jedermann wolle man sein. Nach der Vorstellung des Projektes am Sonntagabend ging es in den gemütlichen Teil über, bei dem neben den gereichten Snacks auch ein paar kühle Getränke für eine lockere Stimmung und das Ziel des Abends sorgten: Gemütliche Unterhaltung untereinander, gegenseitiges Kennenlernen und „Netzwerken“.

 

Vorzeigeprojekt Galerie+Club2020 öffnet für fünf Tage

 Prof. Reiner Schmidt begleitet das Projekt "Galerie+Club2020" als exemplarisches Beispiel für aktivierende Stadtentwicklung. Text und Foto: Sebastain Petersen
Prof. Reiner Schmidt begleitet das Projekt "Galerie+Club2020" als exemplarisches Beispiel für aktivierende Stadtentwicklung. Text und Foto: Sebastain Petersen

Eine Woche voller Impulse und Visionen beginnt heute in der provisorischen „Galerie+Club2020“ am Schützenwall 2 in Helmstedt. Gemeinsam organisierten Schüler des Gymnasiums Julianum mit verschiedenen Akteuren ab heute ein fünftägiges Programm, das vor hauptsächlich junge Menschen ansprechen soll.
Bei dem Projekt „Jugendcafé“ handelt es sich nicht nur um eine lokale Aktion. Diese stelle vielmehr ein städteübergreifendes Forschungsprojekt dar, bekräftigt Professor Reiner Schmidt, rotarischer Pastpräsident und als Hochschullehrer maßgeblich beteiligt an weiteren Stadtentwicklungsprojekten.
Helmstedt sei ein sehr guter Standort für so ein Vorhaben. Hier gäbe es zwar keine Hochschule, doch seien die Wege zwischen den einzelnen Akteuren kurz und die Vernetzungen eng, meint Schmidt, der im Rahmen des Aktionsforschungsprojektes „STADT ALS CAMPUS“, getragen vom campus.office der Hochschule Anhalt, aktivierende Stadtentwicklung betreibt.
Um die Ergebnisse der anstehenden Aktionswoche sowohl fach- als auch laiengerecht aufarbeiten zu können, werden Schüler des Julianums die geplanten Events in Bild und Ton festhalten.
Ziel des Vorzeigeprojekts „Galerie+Club2020“ ist zu zeigen, was ein aktives Netzwerk aus lokalen Akteuren zur positiven Stadtentwicklung beitragen kann.

Jugend will mit Aktionen eine Woche lang Akzente setzen

Text und Foto: Florian Kleinschmidt (Braunschweiger Zeitung)
Text und Foto: Florian Kleinschmidt (Braunschweiger Zeitung)

Um den Helmstedtern ihre Sicht vermitteln zu können, nutzen die jungen Leute die Galerie als Jugendcafé und als Plattform für Gespräche mit Bürgern, mit Stadträten, mit Unternehmern und jungen Kreativen. „Wir wollen Helmstedt revolutionieren, die Potenziale ausschöpfen und Neues schaffen“, berichtet Schülerin Maike Breier überschwänglich. Abends sollen sich die Räume in eine Art Club verwandeln, der Platz bietet für eine offene Bühne, Filme, Poetry Slam, Billard, Diskussionen oder Entspannung. Die mehrgeschossige Turm-Galerie am Schützenwall wird den Jugendlichen für die Dauer der Aktionswoche von der Firma Diedrich kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

Die Grundlage für die Aktionswoche haben die Schüler bereits mit ihren Facharbeiten geschaffen. Darin setzten sie sich unter anderem mit der Stadtentwicklung, dem Verhältnis zwischen Jugend und Politik oder mit der Frage auseinander, wie die Jugend in Zukunft leben will. Die Aktionswoche ist ein Beitrag zum „Dialog der Generationen“, der vom Rotary- Club Helmstedt, dem Gymnasium Julianum, unserer Zeitung und der Braunschweigischen Landessparkasse initiiert worden ist. Das Seminarfach „Helmstedt 2020“ am Julianum in Kooperation mit unserer Zeitung wird seit Beginn des Schuljahrs 2011/2012 angeboten. Ziel war es, zum Ende des aktuellen Schuljahres in der Innenstadt jugendgerechte Angebote als Impulsprojekt zu inszenieren und damit eine Plattform und ein Experimentierfeld für junge Kreative sowie weitere engagierte Personen zu schaffen.

 


2011


Neujahrsempfang 2011

Impulsgebend für Helmstedt 2020 war vor allem auch der Neujahrsempfang 2011 am Gymnasium Julianum.